| Es bleibt beim Nein! |
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| Montag, 14. Januar 2008 | |
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LINKSJUGEND ['solid] MOBILISIERT GEGEN DIE LISSABON VERTRÄGE Beschluss des Bundessprecher_innenrats von Linksjugend ['solid]
Die
Linksjugend [’solid] spricht sich entschieden gegen die Ratifizierung der so
genannten Lissabon-Verträge durch den Deutschen Bundestag aus. Bei diesen Verträgen
handelt es sich im Kern um die in Frankreich und den Niederlanden bereits
abgelehnte neoliberale wie militaristische EU-Verfassung. Die
Jugendorganisation der LINKEN wird mit einer bundesweiten Aktionswoche Anfang
2008 über die Inhalte und möglichen Folgen der Verträge informieren. Im
Mittelpunkt der Aktionen wird die Unterstützung der Petitionskampagne der
Europäischen Linken stehen, die Referenden über die Verträge in allen
EU-Mitgliedsstaaten fordert. Zwar musste, wie der irische Präsident Bertie
Ahern bei der Vertragsabfassung feststellte, der symbolische Rahmen, wie die
Flagge oder die Hymne weggelassen werden. Aber "etwa 90 Prozent des
Kernpakets" sei gegenüber dem europäischen Verfassungsvertrag unverändert
geblieben. Valéry Giscard d´Estaing, der ehemaliger Präsident des
Verfassungskonvents und der so genannte Architekt des Verfassungsvertrags, ging
noch weiter: Mit der Einigung auf den Reformvertrag habe man "…nur den
Umschlag gewechselt. Der Brief im Innern des Umschlags ist nach wie vor der
gleiche". Es handele sich um "kosmetische Änderungen", die nur
deshalb vorgenommen worden seien, damit der Vertrag nicht mehr aussehe wie die
Verfassung und so "leichter zu schlucken sei".
Bereits am
29. Oktober 2004 erklärten Giovani Comunisti (Kommunistische Jugend Italiens),
MJCF (Bewegung der jungen Kommunisten Frankreichs), Neolaia Synaspismou (Linke Jugend
Griechenlands) und der damalige Jugendverband der PDS ['solid] gemeinsam -
"Nein zu diesem Verfassungsvertrag! Ja zu einem sozialen, friedlichen und
demokratischen Europa! Wir forderten gemeinsam:
· Ein
Europa der Solidarität des Friedens und der partizipativen Demokratie
· Ein
Europa mit öffentlicher, kostenloser Bildung für alle, ohne soziale oder
finanzielle Diskriminierung
· Ein
Europa der sozialen Gerechtigkeit und die Umverteilung des Reichtums
· Ein
Europa der offenen Grenzen für Arbeiter und Arbeiterinnen, Migranten und
Flüchtlinge
· Ein
Europa, das Frauenrechte und die Gleichberechtigung der Geschlechter fördert
All diese
Forderungen haben noch heute gegenüber dem Reformvertrag bestand. Und sie sind
erweiterbar. Wir kämpfen gegen ein Europa, in dem es einen gnadenlosen
Wettkampf um die niedrigsten Sozialstandards gibt, in dem die Profitmaschine
über Menschen hinwegrast. Ein Europa, welches sich zur Aufrüstung verpflichtet
und eine Europäische Interventionsarmee einrichtet, muss mit unserem Widerstand
rechnen.
Ein Europa der Solidarität, des
Friedens und der partizipativen Demokratie
Wir müssen
uns, wie in der Vergangenheit, für einen alternativen EU-Vertrag engagieren.
Dieser soll die
Gegen die Demokratiedefizite der
Europäischen Union – für europaweite Referenden!
Individualklagen
vor dem Europäischen Gerichtshof in den Bereichen der gemeinsamen Außen- und
Ein Europa mit öffentlicher,
kostenloser Bildung für alle, ohne soziale oder finanzielle Diskriminierung
Unsere
Forderung auf das Recht von Bildung muss in Europa endlich durchgesetzt werden.
Die
Ein Europa der sozialen
Gerechtigkeit und die Umverteilung des Reichtums
Der
europaweite Steuersenkungshype, die Privatisierungsorgien und das weitere
Absenken sozialer Standards muss beendet werden. Wir brauchen einheitliche
gerechte europäische Steuersätze, sowie die solidarische Verteilung von
Steuereinnahmen. Dem Lobbyismus der Wirtschaftsunternehmen muss ein klarer
Riegel vorgeschoben werden. In unserem Interesse wären die Verstaatlichung von
Schlüsselindustrien und die Schaffung eines einheitlichen europäischen
Mindestlohns sowie die Einführung einer Checkliste für soziale
Mindeststandards. Eine diskriminierungsfreie Nutzung des Gesundheitswesens muss
allen Bürgerinnen und Bürgern grundsätzlich zur Verfügung stehen. Es bleibt
beim Nein!
Ein Europa der offenen Grenzen für
Migrant_innen und Flüchtlinge
Nationalismus,
Euro-Nationalismus, Rassismus Neofaschismus und Antikommunismus in Europa
müssen aktiv bekämpft werden. Der vorgelegte EU-Reformvertrag pflegt die
europäische Abschottungspolitik und fördert tödliche Begleitfolgen für
Menschen, die nur noch die Flucht als Ausweg sehen. Auch aktuell betreibt die
Europäische Union diese Politik. Es bleibt beim Nein!
Ein Europa, das Frauenrechte und die
Gleichberechtigung der Geschlechter fördert
Die
Ungleichbehandlungen zwischen Frauen und Männer muss beseitigt werden. Das
Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper muss in einer Rechtsgrundlage
münden. Die Gewalt an Frauen darf nicht weiter übersehen werden. Die
Lohndiskriminierung bedarf einer endgültigen Überwindung, um die ökonomische
Unabhängigkeit von Frauen zu sichern. Gleichgeschlechtlich orientiert Lebenden
müssen endlich gleiche Rechte zugesprochen werden. Von der Linken müssen alle
Diskriminierungsphänomene erfasst werden und in einem verbindlichen
europäischen Antidiskriminierungsgesetz zusammengefasst werden. Es bleibt beim
Nein!
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