| Du wirst nicht gefragt? |
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| Mittwoch, 23. Januar 2008 | |
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BLACK BOX EUROPÄISCHE UNION – DER VERTRAG VON LISSABON Beschluss für einen Flyer von Linksjugend ['solid] durch den Bundessprecher_innenrat
Die Europäische
Union bestimmt immer mehr unser Leben. Wer aber bestimmt über die europäische
Politik? Bis 1. Januar 2009 soll der neue Vertrag von Lissabon, auch
Reformvertrag genannt, in allen EU-Mitgliedsstaaten ratifiziert, also
bestätigt, werden. Die Bevölkerungen dieser Staaten aber sollen nicht
mitentscheiden dürfen. Und das, obwohl dieser Vertrag die Verhältnisse, unter
denen wir in Europa leben und arbeiten, grundlegend beeinflussen wird. Mehr
noch: Der jetzige Kurs der europäischen Einigung, die undemokratische,
neoliberale, patriarchale und militaristische Entwicklung, droht mit diesem
Vertrag noch verfestigt zu werden. Der neue
Vertrag kommt wie aus einer Black-Box - entstanden ist er unter Ausschluss der
Öffentlichkeit. Die Möglichkeit ihn noch zu verändern ist von den
Regierungschefs nicht vorgesehen. Der Vertrag ist aber zu gut 90 % mit dem
alten Verfassungsvertrag identisch, der im Jahr 2005 in den Volksabstimmungen
in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt worden ist. Die wesentlichen
Punkte, die damals zur Ablehnung führten, sind auch jetzt wieder im
Reformvertrag enthalten: ungebremster Wettbewerb um die niedrigsten
Sozialstandards, eine repressive Innenpolitik und die Verpflichtung der
Mitgliedsstaaten zur militärischen Aufrüstung.
MILITARISIERUNG PER VERTRAG
Mit dem
Vertrag soll die EU zu einer Militärmacht hochgerüstet werden, die weltweit
Kampfeinsätze durchführt. Wortwörtlich führt der Reformvertrag an: „Mitgliedsstaaten
verpflichten sich, ihre militärischen Kapazitäten schrittweise zu verbessern“.
Die Rüstungslobby freut sich über die kürzliche Verankerung der vertraglich
eingerichteten Verteidigungsagentur (ursprünglich: „Rüstungsagentur“). Ein eigener
EU-Militärhaushaltes ermöglicht weltweite Angriffskriege, EU-Battle-Groups (EU-Schlachtgruppen)
sollen geschaffen werden. Die europäischen Außen- und Militärpolitik steht
nicht einmal unter parlamentarischer Kontrolle. Mit dem vorliegenden Vertrag
wird also alles andere als ein friedliches Europa geschaffen.
KONZERNE KASSIEREN, MENSCHEN
VERLIEREN
Die soziale
Spaltung in den EU-Mitgliedsstaaten nimmt immer mehr zu. Das ist kein Zufall,
sondern Folge von politischen Entscheidungen. Das Europa der herrschenden Eliten
will seine unsoziale und neoliberale Politik jetzt sogar vertraglich absichern.
Statt europäischer Mindestlöhne, das Verbot der Privatisierung von öffentlichem
Eigentum und Sozialstandards aufzunehmen, wird die “offene und freie
Marktwirtschaft“ festgeschrieben. Letztere meint den Abbau von Schutzrechten
für die abhängig Beschäftigten, Steuersenkungswettlauf unter den
Mitgliedstaaten. Die neoliberale Wirtschaftsordnung widerspricht den Interessen
der Bevölkerungsmehrheit - sie dient allein dem maximalen Profit von einigen
Wenigen! Armut und Prekarisierung bekämpfen heißt deshalb: den Vertrag von
Lissabon ablehnen!
IHRE DEMOKRATIE UND UNSERE -
VOLKSABSTIMMUNGEN JETZT!
Die EU ist so
undemokratisch wie eh und je. Das Europäische Parlament soll zwar zusätzliche
Mitspracherechte erhalten, bleibt aber auch in Zukunft von der Gesetzesinitiative
ausgeschlossen und darf bei der Außen- und Sicherheitspolitik nicht
mitentscheiden. Es erhält kein wirkliches Budgetrecht und es darf weder den
Vorsitzenden, noch die einzelnen Mitglieder der Kommission frei wählen oder
abwählen. Die europäische Bevölkerung hat keine Möglichkeit, die Gesetzgebung
in Brüssel wirksam zu kontrollieren und zu korrigieren.
Obwohl in
Umfragen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung über eine so wichtige
Weichenstellung wie den Reformvertrag abstimmen wollen, wird es das von den
Linken geforderte Europäische Referendum nicht geben. Abgesehen von Irland
verhindern die nationalen Regierungen in allen anderen Ländern
Volksabstimmungen.
Das
EU-Establishment pfeift auf fundamentale Menschen- und Bürgerrechte. Die
Interessen der Herrschenden und Konzerne sollen Vorfahrt haben. Diese EU trifft
auf unseren Widerstand! Wir sagen: nur die Überwindung dieser EU führt zu einem
demokratischen Europa. Unterstützt deshalb die Unterschriftenkampagne der Partei
der Europäischen Linken für Volksabstimmungen. Organisiert vor Ort
Protestaktionen, informiert Euch und diskutiert mit Freundinnen und Freunden
und Bekannten. Ziel muss es sein, den Gegendruck für ein anderes Europa auf
allen Ebenen zu erhöhen.
http://die-linke.de/politik/international/europa_mitbestimmen_referendum_jetzt/ Autor: Arne Brix |
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